Schon im Jahre 2005 erreichte uns aus dem Dorf Bhakundebesi / Nepal ein Hilferuf. Das dortige Schulzentrum musste unbedingt erneuert werden. Bhakundebesi liegt ca. 60 km östlich von Kathmandu auf 1.500 m Höhe im Himalaya-Gebirge.
In dem Schulzentrum in Bhakundebesi werden heute ca. 850 Kinder unterrichtet. Es wurde 1972 gebaut und besteht aus 3 Gebäuden mit insgesamt 19 Räumen.
Die Janak Secondary School - mit den Jahrgangsstufen 1-10 und einer Vorschulklasse umfasst zur Zeit 16 Klassen, jeweils eine Klasse für die Vorschule und die Jahrgangsstufe 1-5 und jeweils 2 Klassen für die Jahrgangsstufe 6-10. Die 15 Lehrer und der Schuldirektor werden vom Staat bezahlt. In den Nachbargemeinden gibt es teilweise eigene Primary Schools, die Unterricht bis zur 5. Klasse anbieten, die Klassen 6-10 gibt es jedoch nur an der Janak Secondary School. Aus diesem Grund läuft der Unterricht für die Klassen 1 - 10 zweizügig. Alle 3 Gebäude sind in einem sehr schlechten baulichen Zustand, da sie aus minderwertigstem Material (ungebrannte Ziegel und Lehm) gebaut wurden und 2 der 3 Gebäude durch ein Erdbeben im Jahr 1989 beschädigt wurden. Ein Gebäude ist vor einigen Monaten teilweise eingestürzt. Sollte in dem erdbebengefährdeten Gebiet nur ein kleines Erdbeben erfolgen, würden weitere Teile, wenn nicht sogar die gesamten Gebäude einstürzen und 850 Kinder wären erheblich gefährdet.
Die Gebäude haben keine verglasten Fenster, sondern nur Fensterläden aus Holz, die tagsüber geöffnet werden, weil es sonst in den Räumen stockdunkel wäre. Strom ist in den Klassenzimmern nicht vorhanden. Wegen des Windes, der im Winter durch die Räume pfeift, sind die meisten Kinder permanent erkältet.
Aus diesem Grunde beschloss die Mitgliederversammlung des ÖWK 2005, das nicht sanierungsfähige Schulzentrum mit insgesamt 22 Räumen neu zu bauen, um den staatlich vorgeschriebenen Schulbesuch auch in Zukunft gewährleisten zu können und so die Voraussetzungen für die spätere Existenz und berufliche Zukunft der Kinder zu sichern. Unsere Partrnerorganisation "Health and Education for all" (HEFA) wird den Schulbau in Bhakundebesi ausführen. Finanziert wird er zu 75% vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die restlichen 25% der Finanzierung muss durch Spendenmittel aufgebracht werden. Von staatlicher Seite wird keinerlei finanzielle Unterstützung gewährt.
Obwohl auch in Nepal bis zum 10. Schuljahr Schulpflicht besteht, sieht die Realität doch anders aus. Eltern schicken ihre Kinder oft nicht zur Schule, weil sie bei der Hausarbeit oder Ernte gebraucht werden oder weil die Schulwege zu weit sind. Nur 30% der Kinder Nepals erreichen den Abschluss der 5. Klasse.
nach oben
Ziel der Maßnahme ist es, mit diesem Projekt innerhalb von 2 Jahren das Schulzentrum mit 22 Räumen nebst Innenausstattung neu zu errichten. Wir wollen damit erreichen, dass das einzige Schulzentrum im Einzugsbereich von bis zu 8 km mit der Zeit neu entsteht, damit die Kinder auch in Zukunft dem staatlich vorgeschriebenen Schulbesuch nachkommen können. Dies ist die Voraussetzung für die spätere Existenz und berufliche Zukunft der Kinder.
Da der Bau nur außerhalb der Monsunzeit möglich ist, beschränkt sich der Bauzeitraum auf die Monate November - Mai.
Im ersten Schritt sollen zwei Schulgebäude mit je 8 Räumen gebaut werden. Ein Gebäude ist für die Vorschulklasse und die Klassen 1-5 bestimmt (6 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer und ein Mehrzweckraum). Das 2. und 3. Gebäude ist für die Klassen 6-10 bestimmt (insgesamt 10 Klassenzimmer, 1 Lehrerzimmer, 1 Verwaltungszimmer, 1 Bibliothek, 1 Mehrzweckraum). Die Schule verfügt über ein relativ großes Schulgelände, sodass 2 Gebäude mit jeweils 8 Räumen neu gebaut werden können, bevor 2 alte Gebäude abgerissen werden, um dort das dritte Gebäude mit 6 Räumen neu zu bauen. Übergangsweise können alle 16 Klassen in den beiden neuen Gebäuden untergebracht werden. Der Schulbetrieb kann somit ohne Unterbrechung weiter geführt werden. Im Sommer 2008 soll das neue Schulzentrum komplett fertig gestellt sein.
Die Klassenstärke beträgt derzeit 50-60 Schüler. Eine weitere Aufteilung der Klassen ist nicht geplant, da der Staat auch in absehbarer Zeit keine weiteren Lehrer bezahlen wird. Die Klassenräume müssen daher ausreichend groß dimensionert werden (Breite 20 ft, Länge 22 ft).
Das Mobiliar muss komplett ersetzt werden. Die Bank-Tischkombinationen sind inzwischen 35 Jahre alt. Viele Eisengestelle sind stark angerostet und die Auflagebretter für Bänke und Tische sind zum Teil gesplissen und brüchig. Außerdem sind die Maße der Bank-Tischkombinationen nicht den Normen entsprechend kindgerecht. Die meisten Tische sind so hoch, dass selbst Erwachsene nicht vernünftig daran sitzen können und gleichzeitig sind die Bretter der Tische so schmal, dass man nicht richtig daran schreiben kann. Eine Überprüfung, wie die Gestelle umgearbeitet werden könnten, um nur die Bretter zu erneuern, ergab, dass diese Aktion teurer würde als eine Neuanschaffung.
Das Lehrmaterial muss ebenfalls neu angeschafft werden, weil das vorhandene Material (z.B. Landkarten, Lehrmaterial für den Biologie- und Chemieunterricht, Kassettenrekorder mit Sprachkassetten, Lehrbücher für die Bibliothek, Nepali Wörterbücher und Englisch Lexika) stark verschlissen und zerfleddert und vor allem nicht mehr zeitgemäß ist.
Das Projekt besteht aus dem Präparieren des 2 km langen Traktorweges von der Teerstraße zur Schule sowie des Baugeländes durch die Dorfbevölkerung, dem Bau von drei neuen Schulgebäuden mit 8, 8 und 6 Räumen samt Inneneinrichtung und Lehrmaterial sowie dem Bau von zwei Toilettenanlagen mit insgesamt 16 Einzeltoiletten. Die Planung der Gebäude wurde von der im Jahre 2003 im 10 km entfernten Bela errichteten Secondary School übernommen.
Das School Management Committee und der Architekt bestimmen gemeinsam den günstigsten Standort für die neuen Schulgebäude und die Toiletten. Die Bauplatzvorbereitungen, die Ausgrabungsarbeiten für die Fundamente und weitere Hilfsarbeiten werden von der Dorfbevölkerung als Eigenleistung übernommen.
Die im Jahr 2003 gebaute Secondary School in Bela wurde in gleicher Weise, jedoch mit kleinerer Klassenzimmergröße gebaut. Auch die Toilettenanlage wird in gleicher Weise wie in Bela errichtet.
Die Bauarbeiten werden an eine Baufirma übergeben, die professionelle Bauarbeiter beschäftigt. Dadurch wird eine solide Bauqualität sicher gestellt.
Die Einrichtung (Tafeln, Tische, Bänke, Stühle, Regale, Schränke usw.) wird in Kathmandu gekauft.
Das Projektteam der HEFA wird den Bau des Schulzentrums organisieren und koordinieren. In Bhakundebesi wird es dabei vom School Management Committee unterstützt.
Die Bauleitung übernimmt die Baufirma, der Baufortschritt wird von dem Architekten Dev Dhungana kontrolliert.
Die Buchführung und Abrechnung wird von einem unabhängigen Buchprüfer durchgeführt.
nach oben
Diese Bilder brachte Joachim Rintsch von seiner Reise mit.
![]() |
Das Projekt in Bhakundebesi „Abriss der alten einsturzgefährdeten Schule und Neubau einer neuen Schule“ hat schon große Fortschritte gemacht. Die alten Gebäude wurden abgerissen und 2 neue Gebäude mit jeweils 8 Klassenräumen sind bis auf den Innenanstrich fertig. Ein weiteres Gebäude mit 6 Klassen wird im Frühjahr fertiggestellt werden. Für die Schule haben sich inzwischen 1.109 Kinder angemeldet. |
![]() |
![]() |
![]() |
nach oben
Es ist geschafft, die Schule ist fertig gestellt. Drei neue Schulgebäude mit insgesamt 22 Klassenräumen und eine Toilettenanlage mit 16 Toiletten in einem separaten Nebengebäude wurden am 31.10.2008 an die Schüler und Lehrer übergeben. Auch die zur Schule gehörende Bibliothek ist eingerichtet und wartet auf die ersten neugierigen Schüler. Insgesamt werden nun 1.050 Schüler der Klassen 1 – 12 in Bahkundebesi durch 24 Lehrer unterrichtet. Hinzu kommen die Kids der Vorschule. Sie sind, wie auch das Lehrerzimmer, im einzigen zweigeschossigen Bauwerk untergebracht. Dieses Bauwerk ist das einzige Gebäude, das von der ursprünglichen Schule übrig geblieben ist. Er stammt aus dem Jahre 1972 und wurde im Jahre 2007 mit einem neuen Treppengeländer ausgestattet.
Die Baumaßnahmen, die sich über 2 Jahre hingezogen haben, wurden vor Ort durch Ganesh und Narayan Adhikari (HEFA) koordiniert. „Wir danken allen Spendern und Förderern des Projektes und senden herzliche Grüße nach Deutschland und insbesondere an den ÖWK in Münster-Wolbeck“, so Ganesh und Herr S.P. Lamsal (Direktor der Janak Secondary School) beim Besuch im November.
Die Bauarbeiten haben unter großer Mithilfe der Bevölkerung stattgefunden. Auch die Erfahrungen, die beim Schulbau in Bela gesammelt wurden, haben dazu beigetragen, das ehrgeizige Ziel „Bau des Schulzentrums in Bahkundebesi“ Wirklichkeit werden zu lassen.
|
|
|
| Die Bilder zeigen die Gebäude und ihre Anordnung zueinander. Birgit Frerig-Liekhues und Günther Stemmer brachten diese Bilder von ihrer Reise im November 2008 mit. |
|
|
|
|
|
This Page, and all contents, are Copyright (©) 2002 - 2010
by ÖKUMENISCHER EINE-WELT-KREIS St. Nikolaus Wolbeck e.V.