Abgeschlossen 2006
(geb.1962/zum Priester geweiht: 1989), arbeitet seit 1995 als Seelsorger in der Pfarre San Francisco des Asis in Durango/Mexico.
"Ich bin zuallererst als Priester hier, also als Zeuge Jesu Christi, mit seiner Botschaft der Menschenwürde aller, eben auch der hier lebenden Indigenas (Ureinwohner) und der armen, von Politik und Welt vergessenen und benachteiligten Menschen. Ich teile mit ihnen meinen Glauben, meine Gebete, meine Zeit und mein Geld. Unterstützung gibt mir dabei das Wissen um die Gebetsgemeinschaft mit meiner Heimatgemeinde St. Nikolaus Wolbeck."
Zur Pfarre San Francisco de Asis/Durango gehören 29 Dörfer. Es gibt eine Hauptstraße, von Mexico City kommend, die noch knapp 1.000 km nach Norden zur Grenze Mexico/USA weiterführt. Zur Hauptstadt Mexico D.F. sind es ca. 200 km (5-6 Std. Autofahrt).
Die Pfarrgemeinde liegt parallel zu dieser Straße rechts und links in den Tälern und auf den Bergen. Wenn man von Mexico D.F. Richtung Norden fährt, kommt man erst durch Halbwüste, in der es nur Sand, Lehm, Steine, Kakteen und Esel gibt. Auch die Berge in dieser Pfarrgemeinde sind kahl bis auf wenige, die in der Vergangenheit nicht gerodet wurden. Heute besteht Abholzungsverbot, und so gibt es hier einige Wälder. Allerdings liegt der Ort auf 2.400 m Höhe. Wenn man dann in die Dörfer fährt, kann es vorkommen, dass man aus den kalten Wolken (5-10 Grad) in die Tiefe auf 1.500 m in die glühende Hitze bei 30-35 Grad fährt.
Hier leben die Indigenas - einfache und arme Leute. Durango liegt "weit vom Schuss". Kein Dorfplatz, kein Zentrum, mitten in den Bergen, einige milpas (Felder) mit meiz (Mais) und frijoles (Bohnen). Bei schlechter Ernte stellen die Leute ihre Essgewohnheiten um: dann wird nur einmal am Tag gegessen, tortillas, ein bisschen Reis oder Bohnen und Wasser.
Jedes der 29 Dörfer hat einmal monatlich eine Messfeier, die Hauptstelle San Francisco de Asis (am nördlichen Ende der Pfarrei) und Tranca (am Südende) jeden Sonntag.
Jedes Dorf hat einen Hauptverantwortlichen, der freitags einen Wortgottesdienst hält. Zusätzliche Messen gibt es nicht. Taufen, Hochzeiten, Totengedenken werden in den monatlichen Messen, wenn der Padre kommt, gefeiert. Beerdigungen nehmen die Leute wegen der Hitze innerhalb von 24 Stunden selber vor. Alle 14 Tage gibt es Treffen der Verantwortlichen zu Absprachen, Regelungen, Gebet, Schriftgespräch. Was noch fehlt, ist die Sorge um die Kranken, Jugendpastoral, Familienarbeit.
Viele Jugendliche brechen die Schule ab, um bezahlte Arbeit in der Hauptstadt oder in den USA (als illegale Einwanderer) zu finden. Weil viele Männer in die knapp 1000 km entfernt liegende USA aufbrechen, leben die Frauen mit den Kindern und der Verantwortung oftmals allein. Nur zu den fiestas (Patronatsfesten) kommen die Familien dann, wenn möglich, zusammen.
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Es gibt eine Vorschule (Kindergarten) - sofern die Gemeinde oder die Eltern eine Erzieherin bezahlen.
Mit 6 Jahren beginnt die primaria (Grundschule) für 6 Jahre. Dann folgen 3 Jahre secundaria (etwa vergleichbar unserer Sekundarstufe I).
Secundarias und weiterführende Schulen (preparatorias für die universidad) gibt es in größeren Städten, wobei viele Eltern aber kein Geld haben, die entsprechenden Unterkünfte für ihre Kinder in den Kollegien zu bezahlen.
Die primarias gibt es fast in jedem Dorf: allerdings werden die Lehrer sehr schlecht vom Staat bezahlt, so dass sie einer weiteren Arbeit nachgehen (müssen). Dazu vernachlässigen sie den Unterricht, viel fällt aus, bei Regen sowieso! Und wenn sie Unterricht geben, üben sie viel Tänze und Lieder für besondere Tage (Tag der Regierung, Tag der Unabhängigkeit, Tag des Militärs, Muttertag usw.).
Hier im Bistum Tula, wo die Otomi-indigenas leben, gibt es zweisprachige Schulen (Muttersprache und Spanisch). Doch die Lehrer beschränken sich oft auf Spanisch. Die Eltern können nichts machen. Die Regierung ist an der Erziehung und Ausbildung der indigenas wenig interessiert. Viele Familien sind arm, können das Schulgeld zur inscripción (Anmeldung) nicht bezahlen, auch nicht die Schuluniform, die Pflicht ist. Weiterhin können sie kein Arbeitsmaterial und keine Schulbücher bezahlen.
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Seit 1998 unterstützt der Weltladen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Marl die Arbeit von Pfarrer Andreas Schultheis in Durango/Mexico. Bananen, Süßigkeiten und andere Leckereien aus dem "Fairen Handel" werden vom Team der Schüler, die ihre Arbeit ehrenamtlich verrichten, in den Pausen verkauft. Der Religionslehrer Heribert Bösing freut sich, dass er in diesem Jahr 1000,00 Euro nach Mexico schicken konnte. Mit diesem Geld kann die Schulausbildung von Kindern aus der Diözese Tula, in der Andreas Schultheis als Priester arbeitet, finanziert werden. Ein jährlicher Rechenschaftsbericht des Priesters aus Münster-Wolbeck hilft den Marler Schülern, die Entwicklung der Partnerschaft zu verfolgen und fleißig im Schulkiosk die Waren aus "Fairem Handel" zu verkaufen.
Auch die Hauptschule Wolbeck setzt ihre Partnerschaft zur Unterstützung der "Ärmsten der Armen" fort. Schon im Oktober übergaben Schüler der 5c eine Spende von 300,00 Euro an Hermann Josef Schultheis, Vater von Andreas Schultheis. Die Klasse 5c baut damit eine langjährige Tradition der Schule weiter aus. Schon vor 6 Jahren begann der Aufbau der Kontakte zu einer Schule in Durango. Mit "Steckbriefen" werden die Wolbecker Fünftklässler sich den mexikanischen Kindern vorstellen und weiterhin, mit Unterstützung der Lehrer und Eltern, in Wolbeck aktiv Spenden für sie sammeln. Hermann Josef Schultheis, ehemals Lehrer an der Hauptschule Wolbeck, wird die Spenden ohne Abzüge weiterleiten. Die Gelder werden für Schuluniformen, Hefte und Bücher, aber auch für medizinische Hilfen und Lebensmittelspenden sowie Ausbildungsunterstützungen für Jugendliche eingesetzt.
Der ÖWK St. Nikolaus setzte seine Unterstützung für die Arbeit von Pfarrer Schultheis mit einer Spende von 1000 Euro ebenfalls fort. So wird weiterhin versucht, Brücken zu bauen zu den Menschen in der Einen Welt und ihnen konkrete Hilfe zu leisten.
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