Dieses Projekt wurde im Herbst 2010 abgeschlossen.

Inhalt:

Allgemeines zum Thema Gesundheitsstationen

Die Stationen liegen in kleinen Gemeinden im Hinterland der Diözese Umuahia. Diese Gemeinden sind auf Grund der Straßenverhältnisse nur schlecht zu erreichen. Sie waren bis zum Einsatz des Klinikmobils schlecht oder überhaupt nicht an die medizinische Versorgung angeschlossen. Das Klinikmobil machte oft in Kirchen oder Schulen Station und es war die einzige Art der medizinischen Grundversorgung. Wenn, wie in der Regenzeit häufig, die Strassen unpassierbar waren, blieben diese Dorfgemeinschaften von jeder medizinischen Versorgung abgeschnitten.
Die Grundstücke, auf denen die Gesundheitsstationen errichtet wurden und werden, sind von den örtlichen Gemeinden oder Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden. Die dörfliche Gemeinschaft übernahm und übernimmt auch die vorbereitenden Arbeiten, wozu auch das Roden und Planieren der Grundstücke gehört. Planung, Bau und Ausführung übernimmt die Diözese Umuahia. Auch die laufenden Kosten der Gesundheitsstationen trägt das Bistum.
Alle Stationen werden von Schwestern des einheimischen Ordens DMMM (Daughters of Mary Mother of Mercy) betreut. Die Schwestern haben eine Ausbildung als Krankenschwester und teilweise auch als Hebamme. Der Orden kommt für die Versorgung der Schwestern auf, sie betreiben zum Teil aber auch kleine Landwirtschaften, durch die sie praktisch Selbstversorger sind.
Kranke bezahlen so viel sie können. Es werden aber auch Patienten ohne bezahlen zu müssen behandelt, wenn sie sich eine Behandlung nicht leisten können. Dies gilt auch für Medikamentenkosten. Auch hier tragen alle, die das Geld aufbringen können, die Kosten selber, jedoch wird niemandem eine medikamentöse Behandlung verwehrt. Wenn sie stationär behandelt werden müssen, werden die Kranken durch Angehörige mit Lebensmitteln versorgt.
Die Gesundheitsstationen stehen allen Patienten zur Verfügung, unabhängig von ihrer Religions- und ethnischen Zugehörigkeit.

Die erste Gesundheitsstation in Ugwueke Alayi/Bende

Gebaut 1993/94

Mit dem Bau der ersten Station wurde im September 1993 in Ugwueke begonnen. Grundstück und Arbeitskräfte für die einfacheren Arbeiten stellte die Gemeinde selbst. Das Geld für die übrigen Kosten stellte der EWK St. Nikolaus Wolbeck zur Verfügung. Die Einweihung und Eröffnung erfolgte an Christi Himmelfahrt 1994. Auf Bitten der Bevölkerung wurde die Station aufgewertet zu einem Kleinstkrankenhaus mit Entbindungsstation und acht Erwachsenen- und drei Kinderbetten. Drei Ordensschwestern, eine Laienschwester und ein Nachtwächter sind dort im Einsatz. In regelmäßigen Abständen kommt ein Arzt.
Nachdem die Gesundheitsstation schon im ersten Jahr großen Zuspruch fand, haben die Leistungen im zweiten Jahr erheblich zugenommen. Es wurden rund 1600 Patienten ambulant und 46 stationär behandelt. Im gleichen Zeitraum wurden 50 Kinder geboren.
Bei einem Besuch im März 1997 konnten Mitglieder des EWK die segensreiche Arbeit miterleben. Da sie aber auch feststellen mussten, dass die Ausstattung mit medizinischen Einrichtungen allzu dürftig war, stellte der dortige OWC (ONE-WORLD-CIRCLE) gemeinsam mit dem EWK im Sommer 1999 einen Antrag an MISEREOR auf finanzielle Unterstützung für eine bessere medizinische Ausstattung. Diesem Antrag wurde stattgegeben.

Die zweite Gesundheitsstation in Amangwu/Ohafia

Gebaut 1995/96

Im Mai 1994 wurde mit dem Bau der zweiten Gesundheitsstation begonnen. Diese musste auf Anordnung der Regierung größer gebaut werden als die in Ugwueke. Bei einem Besuch am 01.07.1995 berichtete Bischof Lucius, dass der Rohbau fertiggestellt sei und die Menschen vor Ort, die auch hier Grundstück und Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt hatten, sich mit großer Freude für die Hilfe bedankten. Im November 1996 wurde sie als "Maternity Health Clinic St. Joseph" eingeweiht und eröffnet.
Bei ihrem Besuch 1997 mussten Mitglieder des EWK feststellen, dass die Station zwar in Betrieb war und die Menschen große Hoffnungen in sie setzten, es aber an ausreichender Ausstattung mangelte. Die Schwestern arbeiteten unter schwierigsten Bedingungen. Bischof Lucius hatte bei MISEREOR einen Antrag auf finanzielle Förderung der Ausstattung gestellt.
Nach dem Besuch suchten Mitglieder des EWK gemeinsam mit Dr. Francis Nwaiwu, dem Ansprechpartner des OWC/Umuahia, persönlich das Gespräch in Aachen. Danach wurden von MISEREOR 18.000,- DM bewilligt.

Die dritte Gesundheitsstation in Itumbuzo/Bende

Gebaut 1998/99

Nachdem der EWK St. Nikolaus Wolbeck durch die Weihnachtsspendenaktion der Westfälischen Nachrichten 1997/98 das nötige Geld erhalten hatte, wurde noch im Frühjahr 1998 die dritte Gesundheitsstation in Itumbuzo/Bende geplant.
Durch widrige Umstände sowohl bei der Beschaffung des Grundstücks als auch durch außergewöhnlich schlechte Witterungsbedingungen verzögerte sich der Bau. Er wurde im Oktober 1999 fertiggestellt und in Anwesenheit des Vorsitzenden des EWK St. Nikolaus Wolbeck, Franz-Josef Klee, eingeweiht.

Die vierte Gesundheitsstation in Ariam

Gebaut 1999/2000

Mit dem Bau der vierten Gesundheitsstation wurde im Juli 1999 begonnen. Er wurde finanziert zu einem Viertel aus Eigenmitteln des EWK (Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Restgeldern der WN-Spendenaktion) und zu drei Vierteln aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es war dies das erste Projekt des EWK, das durch das BMZ gefördert wurde. Fertigstellung der Station war noch 1999.

Die fünfte Gesundheitsstation in Abiriba, L.G.A Ohafia

Gebaut 2001/02

Am 07. Dezember 2001 konnte nach knapp einjähriger Bauzeit die fünfte Gesundheitsstation in Abiriba, L.G.A Ohafia eröffnet werden.
Abiriba liegt ca. 50 km nordöstlich von Umuahia. Zum größeren Zentralort gehören 18 Dörfer mit ca. 15.000 Menschen. Die Gesundheitsstation liegt in Ama Court, nur wenige Fahrminuten vom Zentrum entfernt, inmitten von recht steilen Hügeln an einem Hang auf schwierig zu erschließendem Gelände. Sie besteht aus zwei größeren Gebäudekomplexen: der eigentlichen Station mit zwei Mehrbettkrankenräumen, Sanitär- und div. Behandlungsräumen und einem Schwesternwohnheim.

Die sechste Gesundheitsstation in Umuhu Ezechi

Gebaut 2002/04

Nach einigen Verzögerungen konnte im Oktober endlich die sechste Gesundheitsstation in der Diözese Umuahia eingeweiht werden. Zum ersten Mal arbeiten dort keine Ordensschwestern, sondern Laienkrankenschwestern. Sie wohnen im Augenblick noch im Dorf Umuhu, hoffen aber darauf, dass wir in der Lage sein werden, ein Schwesternwohnheim mit zu finanzieren. Da das BMZ dieses Wohnheim nicht subventioniert, hoffen wir auf Spenden oder Sonderaktionen des ÖWK, um einen solchen Bau ermöglichen zu können. Ca. 18.000 Menschen waren bis jetzt im Umkreis von Umuhu Ezechi ohne jegliche Basisgesundheitsfürsorge. Die Bevölkerung hat mit Begeisterung die Eröffnung dieser Gesundheitsstation begrüßt.

Dank Ihrer Spendenfreude hat der Bau des Schwesternwohnheims begonnen. Das Gebäude wird die Auslastung der Station weiter verbessern, denn sobald es fertig ist, werden die Schwestern einziehen und können dann auch über Nacht Patienten betreuen.

Aus dem Bericht von Father Henry zu den Gesundheitsstationen / Winter 2008

Die Gesundheitsstationen in Umuahia/Nigeria

Alle Gesundheitsstationen sind in Betrieb. Dank der Spenden der letzten Zeit ist auch der Zaun um das Schwesternwohnheim in Abiriba fertiggestellt. Die Diözese wird eine weitere Umzäu-nung um die ganze Gesundheitsstation finanzieren. Leider ist das aus Sicherheitsgründen dringend notwendig. Um auch die Station in Umuhu Ezechi effizienter betreiben zu können, wird dort noch eine Schwesternwohnheim gebaut. Bis jetzt reisen die Schwestern von Bende an, das sind ca. 20 km, die unter den gegebenen Straßenverhältnissen fast unzumutbar sind.

Father Henrys Bericht über die Gesundheitsstationen:
Abiriba: Der Zaun um das Schwesternwohnheim ist fertig. Das Bistum hat sich bereit erklärt, die weitere Umzäunung zu übernehmen. Außerdem will Bischof Lucius Schwestern aus einer anderen Kongregation einstellen. Offensichtlich klappt es mit den Schwestern der DMSM (Daughters of Mary, Sisters of Mercy) nicht so gut.
Ariam: Drei Schwestern arbeiten jetzt dort. Das Bohrloch wurde repariert. Die Station läuft gut, vor allem auch wegen des nahe gelegenen Priesterseminars.
Ugwueke: Das Problem ist, dass die Methodisten dort genau gegenüber eine Station mit einem ansässigen Arzt eingerichtet haben. Eine Zusammenarbeit ist offensichtlich nicht möglich.
Amangwu: Im Augenblick ist dort nur eine Schwester tätig. Das Problem ist hier ebenfalls, dass die Methodisten in der Nachbarschaft in Konkurrenz treten und Kleinkliniken errichten.
Itumbuzo: Die leitende Schwester hat die Leichenhalle fertiggebaut. Wenn jemand stirbt, kommen die Familienmitglieder, um ihre Toten abzuholen, die auf ihrem Compound bestattet werden. Oft muss man tagelang warten und deshalb ist die Leichenhalle wichtig. Es gibt keinen ansässigen Arzt mehr, aber ein Arzt kommt regelmäßig für kleinere Operationen wie z.B. Blinddarm-OPs. Das Klinikmobil, das wir vor drei Jahren mit dem Geld von meinem Geburtstag hatten reparieren lassen, hat endgültig den Geist aufgegeben. Die Straßenverhältnisse sind hier einfach zu schlecht.
Umuhu Ezechi: Hier hatte Bischof Lucius von Anfang an Laienschwestern engagiert. Unterstützt wurde ihr Einsatz durch das Engagement eines Regierungsbeauftragten, der in Umuhu wohnte und das Projekt unterstützte. Als dieser Mann aus Umuhu wegzog, war das Projekt in Frage gestellt. Als aber klar wurde, dass wir den Bau des Schwesternwohnheimes unterstützen würden, waren die Schwestern bereit zu bleiben.
Father Henry