Die Projektzusammenarbeit mit Umuahia wurde
im Jahre 2011 nach eine 20jährigen fruchtbaren Zusammenarbeit beendet.
Im Jahre 1990 kam aus dem Pfarrgemeinderat der Gemeinde St. Nikolaus Wolbeck die Anregung, sich über die Unterstützung der Arbeit der in der Welt tätigen Wolbecker Priester hinaus generell intensiver in der Bekämpfung von Armut und Not in der so genannten "Dritten Welt" einzubringen. Es bildete sich ein Kreis engagierter Menschen um den damaligen Pastoralreferenten der Gemeinde Reinhold Leydecker, der diesen Impuls aufnahm und umzusetzen begann. Zu den ersten aktiven und auch heute noch engagierten Mitgliedern des Kreises gehörten u.a. Alfons Gerwing, Franz-Josef Klee, Günther Stemmer und Norbert Sudmann, von denen Alfons Gerwing und Franz-Josef Klee ab 1993 auch zum ersten Sprecherteam gehörten, um die gemeinsame Arbeit straffer organisieren zu können. Den ersten Vorsitz übernahm nach wachsender Mitgliederzahl Alfons Gerwing im Jahre 1994.
Schon zu Beginn hatten sich die Mitglieder des Kreises darauf geeinigt, eine "Partnerschaft mit Gesicht" anzustreben, d.h. eine partnerschaftliche Beziehung mit einem Partner aus den so genannten Entwicklungsländern des Südens zu suchen, mit dem gemeinsam und in gegenseitiger Absprache Entwicklungs- und Hilfsprojekte geplant und durchgeführt werden konnten.
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Ein glücklicher Umstand begünstigte die Planung und führte schließlich nach manchen Überlegungen dazu, eine Partnerschaft mit der im Südosten Nigerias gelegenen Diözese Umuahia zu initiieren. Der zu dieser Zeit an der Universität Münster promovierende und der Gemeinde St. Nikolaus Wolbeck als Kaplan zugewiesene Priester Gabriel Okafor aus der Diözese Umuahia stand als Kontaktperson zur Verfügung. Zudem war der 1990 neu ernannte Bischof der Diözese Umuahia, Dr. Lucius I. Ugorji, Franz-Josef Klee aus persönlichen Begegnungen während der gemeinsamen Studienzeit in Münster bekannt (- der Bischof hatte einige Jahre in Münster promoviert - ).
Damit waren ideale Voraussetzungen für eine "Partnerschaft mit Gesicht" gefunden.
Sehr schnell entwickelte sich eine fruchtbare Partnerschaft zwischen der Gemeinde St. Nikolaus - vertreten durch den Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus - und der Diözese Umuahia. Die "Partnerschaft mit Gesicht" - in der Sprache der in der Diözese Umuahia lebenden Ethnie, der Igbo, "NMEKORITA" - nahm immer konkretere Formen an. Auf beiden Seiten fanden sich Menschen, die bereit waren, sich über alle geographischen und kulturellen Grenzen hinweg verstehend zu nähern, um der Partnerschaft durch persönliche Kontakte und Beziehungen das Gesicht zu geben, das sie heute hat.
Etwa zeitgleich konstituierte sich in Umuahia ebenfalls ein Eine-Welt-Kreis, der One-World-Circle (OWC), um eine solide Kommunikationsplattform zu schaffen.
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In Absprache mit dem Partner, der Diözese Umuahia, wurde als erstes Ziel der Partnerschaft vereinbart, einen mobilen Gesundheitsdienst für die benachteiligte Landbevölkerung im Hinterland der Diözese Umuahia aufzubauen. Rasch erkannten beide Partner, daß der Aufbau eines mobilen Gesundheitsdienstes, wegen der in der Regenzeit schlecht oder gar nicht befahrbaren Verkehrswege durch ein differenziert geplantes stationäres System von fünf Gesundheitsstationen ergänzt werden müsste.
Bis 1997 konnten die damals 15 Mitglieder des EWK durch engagierte Unterstützung vieler Gemeindemitglieder und fast aller Gruppen und Organisationen der Gemeinde durch Anschaffung eines Klinikmobils, eines entsprechend ausgebauten allradgetrieben Fahrzeuges, die Voraussetzung für den Aufbau des von der Diözese Umuahia geplanten und organisierten mobilen Gesundheitsdienstes schaffen und die Finanzierung für zwei von den insgesamt fünf geplanten Gesundheitsstationen im Hinterland der Diözese durch Spenden sicher stellen.
1997 gelang es dem EWK auf seine Bewerbung hin als Begünstigter für die jährliche vorweihnachtliche Spendenaktion der Regionalzeitung Westfälische Nachrichten (WN) ausgewählt zu werden.
Der großartige Erfolg dieser Spendenaktion, an dem die gesamte Gemeinde St. Nikolaus und unzählige Menschen aus dem Verbreitungsgebiet der WN beteiligt waren, war ein starker Motor für die Weiterentwicklung des "Eine-Welt"-Engagements der Gemeinde St. Nikolaus Wolbeck und ihres EWK. Er ermöglichte die Finanzierung und den Bau einer dritten Gesundheitsstation.
Um über die Anerkennung als Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) und die dadurch mögliche Inanspruchnahme staatlicher Mittel noch mehr gezielte und kontrollierte Hilfe leisten zu können, konstituierte sich der EINE-WELT-KREIS St. Nikolaus im Dezember 1997 als eingetragener Verein (e.V.), dessen ersten Vorsitz Franz-Josef Klee übernahm. Kontinuierlich stieg seine Mitgliederzahl von 15 Gründungsmitgliedern auf über 100 im Jahr 2002.
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Das 10-jährige Bestehen der Entwicklungspartnerschaft St. Nikolaus Wolbeck - Diözese Umuahia im Jahr 2000 war für den EWK Anlass zu einer viel beachteten Ausstellung im Westpreußischen Landesmuseum im Drostenhof zu Wolbeck mit dem Titel ANNÄHERUNGEN - Leben und Kultur der Igbo. Die Ausstellung wurde in Anwesenheit des nigerianischen Botschafters Senator Emeka P. Echerua eröffnet, der auch die Schirmherrschaft übernahm. Anschließend wurde die Ausstellung noch in der Universität Bonn und in der Bürgerhalle des Rathauses in Münster gezeigt.
An den weiteren Veranstaltungen zum 10-jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Gemeinde und EWK St. Nikolaus und der Diözese Umuahia im Jahre 2000 nahmen Bischof Dr. Lucius I. Ugorji, der Koordinator des One-World-Circles und Leiter der diözesanen ‚Commission for Justice, Development and Peace' Dr. Francis Nwaiwu, der Generalvikar der Diözese Monsignore Ambrose Nwohu, die Ärztin und Koordinatorin der Gesundheitsdienste der Diözese Dr. Charity Egwuekwe und die Sekretätrin des OWC und Schulleiterin Schwester Amauchechwu Ani (Amauche) teil.
Die drei Letztgenannten waren drei Wochen Gäste des EWK und der Gemeinde St. Nikolaus und haben intensiv dazu beigetragen, die persönlichen Kontakte zu verfestigen und zu intensivieren.
Vieles ist getan, noch vieles bleibt zu tun.
Zum Schluss sei Bischof Dr. Lucius I. Ugorji zitiert: "Wenn es eine ihrer Zielsetzungen ist, das Wohlergehen der Armen und Kranken zu fördern, wie es der EINE-WELT-KREIS St. Nikolaus Wolbeck und der ONE-WORLD-CIRCLE der Diözese Umuahia tun, so erfüllt diese Partnerschaft die Grundlagen der Solidarität. Mit der Solidarität ist nicht nur das Gefühl des Mitleids für die Leidenden und die Trauernden gemeint, sondern sie bedeutet die gemeinsame Verantwortlichkeit, die aus dem Bewusstsein resultiert, dass wir als Kinder Gottes einander unterstützen und helfen müssen."
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