28.07.2013

Verbesserung des Bildungswesens in der Diözese Ahiara/Nigeria

Zur Verbesserung des Bildungswesens in der Diözese Ahiara im Süden Nigeria wird in Trägerschaft des ÖWK eine Junior Secondary School errichtet.
Das Projekt hat das Ziel, besonders den Kindern aus sozial schwachen Familien das Bildungsniveau einer Junior Secondary School anzubieten, um für die Kinder bessere Voraussetzungen für ihre berufliche Zukunft und somit Existenz zu bieten.

Der ÖWK als privater Träger arbeitet mit einem Projektträger im Partnerland zusammen, dem "Mbaise Educational Development Forum" (kurz MEDF), ein ehrenamtliches Gremium, das sich aus Personen verschiedener Berufsgruppen zusammensetzt, die bereits Erfahrung in der Projektdurchführung von vergleichbaren Vorhaben besitzen. Das MEDF trägt die Federführung in der Projektumsetzung in Nigeria.
Seit 1990 besteht eine Partnerschaft des ÖWK mit der Diözese Umuahia. Zur Nachbardiözese Ahiara pflegt die Diözese Umuahia entsprechend nachbarschaftliche Kontakte. So wurde Pfarrer Sylvester Ihuoma, der aus der Diözse Ahiara stammt, auf den ÖWK aufmerksam und bat den ÖWK bei dem seit langem geplanten Schulneubau um Hilfe, da bisher die finanziellen Mittel fehlten. Im Rahmen einer Projektbetreuungsreise konnte sich unsere 1. Vorsitzende Frau Sieverding von dem großen Engagement des Bistums Ahiara für die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Region überzeugen.

Father Sylvester IhuomaDr. Sylvester Ihuoma, der den Schulbau in Ahiara, seiner Heimatdiözese initiiert hat, hat im März 2005 in Münster einen Sponsorenverein gegründet, um Schülern aus sozial schwachen Familien zu helfen.
Die Ausbildungshilfe Mbaise/Afrika e.V. (SFV) ist ein bis jetzt noch zahlenmäßig kleiner Verein, aber er steht jetzt schon für Zukunft und Hoffnung durch konkrete Ausbildungshilfe.
Seine Zielsetzungen sind:
a) Durch Vermittlung von Patenschaften wird Kindern aus sozial schwachen Familien der Schulbesuch ermöglicht, um sie aus dem Kreislauf von Armut und Kriminalität herauszuholen.
b) Der Verein plant den Bau von Lernwerkstätten, um Jugendliche in verschiedenen handwerklichen Berufen auszubilden.
b) Der Verein plant das Angebot eines Computer Trainings und die Einrichtung eines Internetzugangs.
c) Nach der Ausbildung sollen kleine Kredite als Starthilfe angeboten werden.
Wer an einer Patenschaft interessiert ist, kann mit einem monatlichen Mindestbeitrag von 15 € Mitglied des Vereins werden. Wenden Sie sich über das Kontaktformular an uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.
Kinder und Jugendliche sind die Hoffnungsträger einer Demokratie. Jedes Kind, dem eine schulische Bildung ermöglicht wird, trägt dazu bei, entscheidende Ursachen von Armut in seinem Land zu erkennen und zu beseitigen.

Die neue Schule hat ihren Standort in dem Dorf Umunagbor, ca. 42 km westlich von Owerri. Das Einzugsgebiet der Schule umfasst etwa 200 km² mit 17.000 schulpflichtigen Kindern.
Das Schulgebäude wird auf einem von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Grundstück errichtet.
Das zweigeschossige Schulgebäude umfasst 12 Klassenräume für je maximal 40 Kinder und den entsprechenden Büro- und Sozialräumen. Die Schule wird vierzügig mit je 4 Klassen für den 7., 8., und 9. Jahrgang eingerichtet. Die Planung erfolgte durch ein erfahrenes lokales Planungsteam aus Nigeria.
Baubeginn war im April 2006, im September 2006 sollen die Arbeiten der ersten 3 Klassenräume fertig gestellt sein und der Betrieb aufgenommen werden, die Fertigstellung des Gesamtgebäudes erfolgt bis Ende des Jahres 2007.
Die Dorfbevölkerung beteiligt sich aktiv am Bau in Form von Eigenleistungen, besonders im Bereich des Herrichten des Bauplatzes und der Herstellung der Ziegel für den Rohbau. Die verwendeten Materialien sind aus der Region.

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Rohbau der Secondary School Frühjahr 2006 Rohbau der Secondary School Frühjahr 2006 Rohbau der Secondary School Frühjahr 2006

Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf 210.413,00 Euro, hierin enthalten ist neben der Finanzierung des Schulbaus auch die anteilige Übernahme der Lehrergehälter der ersten 3 Schuljahre. Diese werden sich nach Projektablauf vollständig über ein Schulgeld von ca. 140,00 Euro/Jahr und Kind finanzieren.
In Fällen, in denen das Schulgeld nachweislich durch die Familie nicht aufgebracht werden kann, hat sich das Bistum Ahiara verpflichtet die fehlenden Gelder zu übernehmen. Bei der Finanzierung des Projektes übernimmt das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) 75 % der Gesamtkosten. 56.622,00 Euro werden durch den lokalen Projektplaner und den ÖWK finanziert.

Baufortschritte im Oktober 2006

Die Bauarbeiten haben ca. 8 Wochen Verzug, somit konnte der Schulbetrieb nicht wie geplant gegen Ende September aufgenommen werden. Die Bauarbeiten sowie die Erstellung des Schulmobiliars der ersten drei Klassenräume sind aber inzwischen so weit fortgeschritten, dass Ende November der Schulbetrieb für 120 Schüler der siebten Klasse beginnen wird.
Die Anzahl der Kinder, die sich auf einen Schulplatz beworben haben, lag über der maximalen Anzahl von 120 Plätzen (drei Klassen á 40 Schülern). Die Schüler, die nun die Schule besuchen werden, wurden durch ein Auswahlverfahren, wie es in Nigeria üblich ist, ausgewählt. Das Verfahren setzte sich nach Auskunft von Father Sylvester Ihuoma aus Leistungstests und Gesprächen mit Schülern und Eltern zusammen.
Die Benennung des Schulleiters ist erfolgt und die Einstellungen der Lehrer erfolgt, nachdem diese ausgeschrieben worden waren.
Die Bauarbeiten werden während des Schulbetriebes planmäßig weiter laufen, so dass das Gesamtgebäude der Schule bis Ende des Jahres 2007 endgültig fertig gestellt sein wird.

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Die Baufortschritte sind deutlich zu sehen, auch das Mobiliar für die ersten Klassenräume ist da.
Sobald die ersten drei Räume fertig sind werden die ersten drei Klassen
mit je 40 Schülern mit dem Unterricht beginnen.

Einschulung in der Pope John Paul School

Unterrichtsbeginn bei laufenden Bauarbeiten.Nach achtmonatiger Bauzeit freut sich der ÖWK St. Nikolaus Wolbeck mit den Schülern der Pope John Paul Junior Secondary School (Papst Johannes Paul - Schule) über den Beginn des Unterrichts in der neuen Schule.
Anfang Dezember konnten 160 Schüler des siebten Jahrgangs in ihre gerade fertig gestellten Klassenräume einziehen. Wie das MEDF (Mbaise Educational Development Forum), der nigerianische Partner für die Durchführung des Projektes, berichtete, war die Nachfrage nach Schulplätzen deutlich höher als Kinder aufgenommen werden konnten. Deshalb musste die Aufnahme über ein Testauswahlverfahren entschieden werden.
Die Fertigstellung des zweigeschossigen Schulgebäudes, das 12 Klassenräume für je 40 Kinder umfassen wird, ist für Ende 2007 geplant. Die Schule, die in etwa unserer Hauptschule entspricht, wird dann jeweils vierzügig den Unterricht für die 7., 8. und 9. Jahrgänge aufnehmen.
Im Augenblick gehen die Bauarbeiten während des Schulbetriebes weiter.

Schulbau in Ahiara im Oktober 2007

Der Schulbau ist fast abgeschlossen. Wie sich die Mitglieder der Reisegruppe nach Umuahia und Ahiara per Augenschein überzeugen konnten, fehlen nur noch einige Verputz- und Malerarbeiten. Auch fehlen noch bei beiden Treppenhäusern die Handläufe. Der Unterricht im zweiten Jahrgang läuft, das Lehrerpersonal ist hoch motiviert. (siehe Text unterhalb der Bilder.)

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Das Schulschild Außen ist der Bau fertig Lisa Sieverding im Gespräch
Begrüßung auf dem Vorplatz Begrüßung durch Schülerinnen Begrüßung durch Mütter
Schüler und Schülerinnen

Bischof Chikwe

Provisorischer Schlafsaal

Aber noch fehlt so vieles, was im Projektantrag im Detail nicht enthalten war. Die Schule braucht ein Labor für die Naturwissenschaften, Computer für den Informatikunterricht, Geräte für den Sportunterricht und Bücher für eine Schülerbibliothek. Auf Dauer muss auch ein Internat gebaut werden. Die Elternschaft hatte den dringenden Wunsch geäußert, die Schüler unter der Woche in der Schule wohnen zu lassen, um die Kontinuität des Bildungsauftrages zu gewährleisten. Im Augenblick sind Schlafsäle in den noch frei stehenden Klassenräumen eingerichtet worden, aber spätestens im nächsten Jahr, wenn der nächste Jahrgang einzieht, ist ein separates Gebäude notwendig. Der ÖWK hofft auf das Gymnasium Wolbeck, das eine Partnerschaft mit der Pope John Paul II-School eingegangen ist. Die Schüler in Wolbeck sind von der Idee der Partnerschaft fasziniert und sind bereit, sich einige Aktivitäten einfallen zu lassen. Denn was gebraucht wird, ist Geld.
Die Schule hat schon jetzt einen guten Ruf und kann sich über Anmeldungen nicht beklagen. Hier haben die Kinder armer Familien die Chance, über Bildung den Weg aus der Armut zu finden. Der Unterricht in Nigeria läuft etwas anders als bei uns. Zunächst einmal tragen alle Schüler die obligatorische Schuluniform. Der Vorteil ist nicht von der Hand zu weisen: soziale Unterschiede und damit die Möglichkeit der Diskriminierung werden nicht sichtbar. Der Unterricht ist Frontalunterricht in seiner reinsten Form. Der Lehrer rezitiert, lässt die Schüler einzelne Wörter oder Begriffe im Chor wiederholen und schreibt schließlich einen zusammenfassenden Text an die Tafel, den die Schüler abschreiben und auswendig lernen müssen.
Lehrbücher gibt es z.T. in Ahiara nicht, so musste sich der Mathematiklehrer seine Aufgaben selbst ausdenken. Der Sportunterricht findet im Augenblick nur in der Theorie statt, da die entsprechenden Möglichkeiten fehlen. Das Gleiche gilt für den Informatikunterricht - Computerlehre ohne Computer! Wirkliche Duschräume gibt es auch nicht, da die Wasseranschlüsse noch nicht gelegt sind. Da muss eben jeder Schüler seinen Eimer Wasser mit in die Kabine nehmen; in der Regenzeit kommt das Wasser automatisch von oben.
Viel Privatsphäre gibt es in den Schlafsälen nicht. Die Matratzen oder Betten stehen eng aneinander. Jeder Schüler hat nur ein kleines Spind für persönliche Habseligkeiten. Entscheidend für die Schüler in Ahiara ist nicht die Ausweitung des persönlichen Freiheitsraumes. Ganz anders als uns ist ihnen bewusst: Wissen ist Macht.

Über die Briefpartnerschaft zwischen der Junior Secondary School Pope Jean Paul II und dem Gymnasium Wolbeck informieren wir Sie auf einer Extraseite: Die Briefpartnerschaft zwischen der Junior Secondary School Pope Jean Paul II und dem Gymnasium Wolbeck

Über die Bauvortschritte beim Internat informieren wir Sie auf einer Extraseite: Das Internat in Ahiara