Im Frühjahr 2008 genehmigte die Mitgliederversammlung des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises St. Nikolaus Wolbeck e.V. das neue Projekt in Nepal. Alle Anträge wurden eingereicht und jetzt ist es offiziell: Das neue Biogasanlagenprojekt in Nepal ist vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit) anerkannt worden. Wir informieren Sie ausführlich auf dieser neuen Seite zu diesem umfangreichen Projekt.
Die Finanzmittel für dieses Projekt kommen nicht nur aus Wolbeck. Ohne Hilfe und Unterstützung aus Süddeutschland könnte der ÖWK das Projekt nicht stemmen.
Wir weisen an dieser Stelle besonders auf die Neapl-Hilfe "Haribol" hin. In Tuttlingen und Umgebung hat sich Wilfried Leibinger, Lehrer (LGHS) der Wehinger Schlossbergschule - Patenschule der Schule in Bela - der Hilfe für Nepal verschreiben. Sein Aufgabengebiet umfasst die Abdeckung schulischer Aktionen, sowie die Hinführung seiner Schüler zur Auseinandersetzung mit dem Hindukönigreich Nepal. Diverse Benefizaktionen (Sponsorenlauf, Benefizkonzerte, Orgelkonzert der Tuttlinger Organisten, Diavorträge, Weihnachtsbasare) helfen bei der Finanzierung. Die Zusammenarbeit hat sich bei den beiden Schulbauprojekten in Bela und Bhakundebesi und bei der Errichtung der Biogasanlagen in Bela bestens bewährt.
Nicht zu vergessen ist der Einsatz von Ursula Adhikari in München und Umgebung. Auch sie wirbt für die Nepalhilfe Spendenmittel ein.
1992 wurde durch die nepalesische Regierung mit internationaler Unterstützung das "Biogas Support Programme (BSP)" ins Leben gerufen mit der Zielsetzung, Produktion und Verwendung von Biogas in den ländlichen Gebieten Nepals bekannt zu machen und Biogas-Anlagen zu errichten. Biogas-Anlagen dieser Bauart haben sich bereits seit über 25 Jahren in Nepal bewährt. Die Praxis hat gezeigt, dass die Unterhaltskosten solcher Anlagen gegen Null tendieren und die Anlagen störungsfrei über einen sehr langen Zeitraum funktionieren.
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Geplant ist der Bau von 671 Biogasanlagen im Zeitraum Dezember 2008 bis Juni 2012 für ca. 5.000 Einwohner von 17 Dörfern der Gemeinden Fulbari und Baluwa. Die Dörfer sind ca. 70 km von Kathmandu entfernt, liegen auf 1.200 bis 1.800 m Höhe und sind teilweise nur zu Fuß erreichbar. Jeder Haushalt im Projektgebiet soll eine eigene Biogasanlage bekommen, die er mit dem Dung der eigenen Wasserbüffel und Kühe befüllt. In der Gärgrube entsteht - begünstigt durch die relativ hohen Außentemperaturen - innerhalb kurzer Zeit ein geruchloses Gas, das über ein Leitung direkt in die Küche geführt wird und dort direkt zum Kochen verwendet werden kann.
Das Projekt wird von der nepalesischen gemeinnützigen Organisation HEFA (Health and Education for All) in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck e.V. Beide gemeinnützigen Organisationen unterhalten keinen Verwaltungsapparat; alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich.
HEFA hat bereits in den Jahren 2004-2006 in Zusammenarbeit mit dem ÖWK 180 Biogasanlagen in angrenzenden Gemeinden errichtet. Der Bau von Biogasanlagen ist vom nepalesischen Staat sehr erwünscht und darf nur nach genauen Vorgaben durchgeführt werden. Das abgeschlossene Projekt über 180 Biogasanlagen wurde vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) mitfinanziert. Für das neue Projekt, das in zwei Abschnitte unterteilt wird, liegt die Förderzusage durch das BMZ vor.
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Biogas kann jeder ländliche Haushalt mit mindestens 2 Kühen oder Wasserbüffeln selbst produzieren und damit seinen gesamten Energiebedarf zum Kochen selbst erzeugen. Biogas ersetzt das traditionell zum Kochen verwendete Feuerholz und das relativ teure Kerosin. Da zum Kochen ausschließlich frisches Holz verwendet wird und man in Nepal auch keine Ofenrohre kennt, entsteht beim Kochen ein beißender Rauch, der die Ursache für die sehr verbreiteten Atemwegs- und Augenerkrankungen ist.
Vorteile durch Biogas
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Den Aushub der 6 bis zu 10 m³ großen Grube übernimmt jede Familie selbst. Der Bau der Anlage kann nur von speziell ausgebildetem Fachpersonal übernommen werden. Nach dem Aushub wird der Boden der Grube betoniert. Der Rand der ca. 2 m tiefen runden Grube wird bis knapp unter Bodenhöhe mit Ziegeln hochgemauert und mit silikonhaltigem Putz verputzt. Danach wird die gesamte Grube kuppelförmig mit Erde befüllt, damit die Betonkuppel gegossen werden kann. Ein Gerüst für diesen Zweck existiert nicht. Vor dem Betonieren wird das Rohr für die Gasleitung, die später in die Küche führt, gesetzt. Sobald der Beton ausgehärtet ist, wird die gesamte Erde wieder durch den späteren Überlauf ausgeschaufelt. Danach wird die Betonkuppel von innen und außen wasserdicht verputzt. Anschließend wird der Einfülltrichter für die Biomasse hochgemauert und verputzt. In den Trichter wird eine Kurbel mit einem Schneidwerk am unteren Ende eingesetzt, damit die eingefüllte Biomasse zerkleinert und mit dem zugegebenen Wasser vermischt werden kann. Der Trichter ist mit einem Rohr mit der Gärgrube verbunden. In der Nähe wird die Toilette gebaut, die ebenfalls mit einem Rohr mit der Gärgrube verbunden ist. Zum Schluss wird die Betonkuppel mit Erde abgedeckt.
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Jede Familie muß einen großen Eigenanteil leisten, indem sie die 6 bis 10 m³ große Grube selbst ausgräbt, nach dem Betonieren des Bodens und dem Hochmauern der Seitenwände die Grube wieder kuppelförmig mit Erde befüllt und die sehr aufwändigen Hilfsarbeiten beim Betonieren der Kuppel erbringt. Nach Aushärtung der Kuppel muss die gesamte Erde durch den recht kleinen, späteren Überlauf wieder ausgeschaufelt werden. Die dafür benötigte Arbeitszeit beträgt ca. 150 Stunden pro Biogas-Anlage.
Sie finden alle Informationen, die wir haben auch in einem pdf zusammengefasst: Info-Biogas.pdf