20. Juni 2007
15 Mitglieder des ÖWK Münster-Wolbeck besuchen Land und Leute
Natur - Kultur - Soziales (Projekte)
Angela Haase-Nimzik
Begrüßung in Kathmandu durch Narayan Adhikar, genannt Haribol, unseren bayerisch sprechenden nepalischen Projektpartner und Reiseführer. Zur Begrüßung trägt er die typische Kopfbedeckung des Landes.
Leider ist uns dieser großartige Anblick nur vom Flugzeug aus vergönnt. Der April ist eine Reisezeit, die oft eher eine diesige Wetterlage zeigt.
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Auf dem Weg zu unserem Ziel, dem Poonhill (3210 m), führt uns die Strecke durch faszinierende dunkelrote Rhododendron-Wälder. Die Farbe purpurrot ist die Nationalfarbe und gilt im Hinduismus als Symbol für Fortschritt, Wohlstand, Energie und Leben.
Auch mit einfachsten Mitteln lassen sich in kürzester Zeit 17 Leute mit einem schmackhaften Essen versorgen. Im Bild ist eine nepalische Spezialität zu sehen, getrocknetes Ziegenfleisch. Gekocht wird in Nepal traditionell mit Holz in einem Raum ohne Schornstein bzw. Abzug. Häufig gibt es dort kein Fenster. Mangelnde Energiealternativen führen immer deutlicher zur Abholzung der Wälder.
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Unsere Reisebegleiter geben uns eine Einführungsstunde, wie man auf nepalische Art und Weise das Tagesgericht zu sich nimmt.
Der Anstieg erfordert einige Kraft. Die einzige Zuwegung in die höher gelegenen Regionen erfolgt über schmale Steinstufen. Lasten jeglicher Art werden durch Mulis oder Menschen transportiert. Dabei tragen die Menschen oft mehr als das Eigengewicht.
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Im Hintergrund ist das von der ÖWK-Gruppe bestiegene Bergmassiv zu sehen. Für so manchen "Flachlandtiroler" bereits eine große Herausforderung.
Ein Nepali kann Buddha (Buddhismus) und Shiva (Hinduismus) gleichzeitig verehren, ohne in einen Glaubenskonflikt zu geraten. Nepal ist ein Land lebendiger Religion.
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Ein Blick über die Altstadt von Kathmandu.
Der älteste Sohn ist für die Verbrennungszeremonie zuständig. Er muss sich dabei die Haare scheren lassen.
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Der Wetteifer der Stadtkönige des Kathmandutals (ab 1482 n.Chr.) führte zu einer künstlerischen Blütezeit. Steinmetze, Holzschnitzer, Thangka-Maler entwickelten phantastische Fertigkeiten. Die Künstler verwendeten hochwertige Materialien, pures Gold, Silber und Edelsteine.
Heilige Kühe, wilde Hunde und Tauben prägen das Stadtbild. Im Vordergrund des Bildes ein Sadhu auf der Pilgerschaft.
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In den Zentren der alten Städte findet die Wasserversorgung öffentlich statt. Die Familien holen von dort in größeren Behältern ihr benötigtes Wasser. Die Körperpflege erfolgt zu meist an Ort und Stelle. Ein Bad reinigt im Hinduismus nicht nur von Schmutz, sondern auch von rituellen Befleckungen.
Müllabfuhr auf den Straßen von Kathmandu. Es gibt noch viel zu tun!
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Das Dorf Bela, in dem sich das erste Schulprojekt des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises befindet, hat ca. 1500 Einwohner mit etwa 500 schulpflichtigen Kindern. Der Ort liegt 50 km östlich von Kathmandu auf 1600 m Höhe im Himalaya-Gebirge. Außerhalb der Regenzeit kann Bela über einen unbefestigten Weg mit einem 4-Rad-getriebenen Fahrzeug erreicht werden, ansonsten nur zu Fuß.
In Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Eine-Welt-Kreis St. Nikolaus Wolbeck e. V.(ÖWK) und dem nepalesischen Verein HEFA (health and education for all) sowie durch Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde Anfang 2002 auf einem bestehenden Schulgelände ein neues Schulgebäude mit 7 Räumen gebaut und mit neuem Mobiliar eingerichtet. Außerdem wurde ein Toilettenhaus mit sechs Einzeltoiletten gebaut, die an eine Drei-Kammer Sickergrube angeschlossen sind. Um den Kindern einen 1 ½ -stündigen Fußmarsch zu einer weiterführenden Schule zu ersparen wurde das Projekt 2003 um den Bau einer Secondary School (6.-10. Klasse) erweitert. Die Dorfbewohner bezeichnen das Schulzentrum als "Juwel des Dorfes". Es gilt als Musterschulzentrum im ganzen Distrikt und hat schon einige Auszeichnungen bekommen.
Mitglieder des ÖWK nehmen im April 2007 an der Zeugnisübergabe der Shree Mahankal School, einer staatlichen Schule, in Bela teil. Eine besondere Auszeichnung, in Form eines Bleistiftes und Schulheftes, erhalten die Klassenbesten und die Kinder mit den geringsten Fehlzeiten. Oft ist es schwierig für die Kinder zur Schule zu kommen, da sie auf den heimischen Selbstversorgerhöfen mitarbeiten müssen. Die ersten Schüler des Abschlussjahrgangs der Lower Secondary School legen ihre Prüfungen (April 2007) vor einer staatlichen Kommission ab.
Die Mitglieder des ÖWK überzeugen sich von den Fortschritten des Schulbaus in Bhakundebesi. Es entstehen hier zwei Gebäude mit 16 Räumen und einem Gebäude mit 6 Räumen für insgesamt ca. 850 Schüler. Die Projektzeit läuft von November 2006 bis Dezember 2008. Im Hintergrund ist die alte Schule zu sehen, in der sich nach wie vor in luftiger Höhe sowohl Lehrerzimmer als auch Klassenräume befinden.
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Ein großes Problem stellt momentan noch die Finanzierung der Lehrergehälter dar. Obwohl der nepalesische Staat sich mit dem Ablegen der staatlichen Prüfungen des ersten Jahrgangs 2007 verpflichtet hat, die Lehrergehälter zu übernehmen, ist das momentan völlig ungesichert. Es fehlen zur Zeit in Nepal 60 000 Lehrer. Für das kommende Schuljahr können gerade einmal 3900 Lehrer/innen vom Staat bezahlt werden. Mehr ist absolut nicht möglich, so die Auskunft des Finanzministers Dr. Ram Saran Mahat, da die außerordentlichen Belastungen aufgrund der veränderten politischen Situation unvorhersehbare Dimensionen angenommen haben und man nicht weiß, wie man die Finanzlöcher stopfen soll. Bisher wurden einige Lehrergehälter durch das BMZ und den ÖWK mit Hilfe von Spendengeldern finanziert.
Die zwei stellvertretenden Vorsitzenden des ÖWK, Günther Stemmer und Angela Haase-Nimzik, treffen im Hotel Manaslu in Kathmandu zusammen mit Vertretern der HEFA den früheren Bildungsminister und derzeitigen Abgeordneten der Nepali Congress Partei, Rajendra Kharel. Bei diesem Gespräch geht es um Möglichkeiten und Wege für die Finanzierung der Lehrergehälter.
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Die Reisegruppe hat sich ferner von der Fertigstellung und Nutzung der Biogasanlagen zur Betreibung von Kochstellen für 150 Kleinbauern in Bela überzeugt und ist einhellig der Meinung, hier einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Schutz der menschlichen Gesundheit geleistet zu haben. Man vergleiche Bild 4 (Beköstigung auf der Bergtour).