Aus seiner Erfahrung mit der Kindernothilfe (KNH), die ihm die Möglichkeit der Ausbildung gab, aber auch einen Arbeitsplatz nach der Ausbildung, entstanden diese Überlegungen. Sie sind nach wie vor eine Grundlage der Arbeit mit Straßen- und Heimkindern.
Pastor Gunasekaran setzt diese besonderen Lebenserfahrungen nun im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Calvary Chapel Trust um.
von Pastor Gunasekaran (ehem. Patenkind)
Wie ein Kind seiner Mutter dankbar ist, so bin ich den Brüdern und Schwestern der KNH (Kindernothilfe) sehr dankbar und preise Gott. Ich habe nicht nur durch KNH meine ganze Ausbildung erhalten, sondern hatte auch die Gelegenheit, 11 Jahre lang in der KNH als Child Care Officer in Bangalore zu arbeiten. Ich bete darum, dass es mir erlaubt ist auf Grund meiner Erfahrungen als ehemaliges Patenkind, als ehemaliger Mitarbeiter und als einer, der das Programm der Hilfe für Kinder des Calvary Chapel Trust entwickelt hat, die folgenden Vorschläge zu machen.
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Auswahl der Kinder für das Heim:
Für die Auswahl der Kinder muss sehr viel Zeit aufgewandt werden. Calvary Chapel Trust wählt nur Vollwaisen oder mutterlose Kinder aus. Wir bekommen genaueste Unterlagen von der Regierung für den Nachweis, dass das Kind eine Waise ist. Wir besuchen auch den Herkunftsort, um Einblick zu bekommen aus welchem Umfeld das Kind kommt und wie es in der Vergangenheit in seinem Zuhause lebte. Der Heimleiter muss das Zuhause der Kinder wenigstens einmal im Jahr besuchen.
Meine allgemeine Beobachtung ist: weniger als 5% der Kinder sind Vollwaisen, knapp 40% leben mit einem Elternteil. Die anderen Kinder stammen aus Familien der Allerärmsten. Wenn wir wirklich mit Nachdruck nach Waisenkindern suchen in den Slums, auf den Straßen, in Krankenhäusern, auf Müllhalden, Bahnhöfen und in Dörfern, können wir mehr als 70% Vollwaisen erreichen. Wir müssen auf vielerlei Weise danach suchen. Der Heimleiter muss sich, was die Waisenkinder angeht, der Herausforderung stellen.
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Ferien:
Auch während der Sommerferien muss den Kindern Gelegenheit gegeben werden, Handwerke und Spiele zu lernen, sich auf neue Kurse vorzubereiten usw. Von vielen Freiwilligen können wir während der Sommerferien Hilfe bekommen. Die Kinder können an Camps und Studienfahrten teilnehmen. Wenn kein Geld für große Projekte da ist, können die Kinder sich in einem anderen Heim aufhalten, um eine neue Umgebung kennenzulernen, z.B. können Heimkinder aus Bangalore eine Zeitlang in einem Heim in Mysore sein. Sie können im Garten arbeiten, Gebäude reinigen, Wände streichen, Gemeindestraßen und -wege reinigen und ausbessern, Straßenkindern helfen usw. Die Kinder müssen erfahren, was es bedeutet, anderen zu helfen.
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Ausbildung:
Die Förderung der schulischen Leistung der Kinder von Seiten des Heimes ist nicht befriedigend. Nach meiner Kenntnis durchlaufen weniger als 30% der Kinder die ganze Schullaufbahn mit Erfolg, dem Rest von 70% der Kinder wird Gelegenheit gegeben, Technik-Kurse zu besuchen. Ich möchte vorschlagen, eine Studie anzufertigen über die spätere berufliche Situation der Kinder, die sich aus ihrer Heimerziehung ergeben hat.
Wie man weiß, wünscht sogar der Koch im Heim, dass sein Kind auf die English Medium School geschickt wird. Jedes Kind bemüht sich immer darum, die richtige Arbeit entsprechend seiner Ausbildung zu finden.
Die Government Schools erzielen keine guten Ergebnisse. Es werden private Mittelschulen mit der Landessprache oder englischsprachige Mittelschulen empfohlen. Die Betreuer sollten sich monatlich mit den Lehrern besprechen, um sich über den Fortschritt der Kinder zu informieren.
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Nach Abschluss der Ausbildung:
Jedes Kind möchte einen Job haben. Die meisten von ihnen wünschen dazu praktische Erfahrung. Heute braucht man für alle Jobs nicht nur eine gute Ausbildung sondern auch viel praktische Erfahrung. Ich glaube, dass wir Tausende von Mitarbeitern brauchen. Wir benötigen Manager, Supervisoren, Techniker, Handwerker, Arbeiter und freiwillige Helfer. Ich bin sicher, dass alle ehemaligen Patenkinder in eine dieser Kategorien gehören. Die genannten Tätigkeiten sind eine mit einem geringeren Lohn. Die meisten KNH-Kinder haben gute moralische Qualitäten. Sie rauchen nicht, stehlen nicht usw.
Für alle ehemaligen Patenkinder sollte ein Register eingerichtet werden, das ihre Ausbildungsqualifikation und ihre Praxis enthält. Ein Arbeitsvermittlungsbüro kann die Namen der registrierten Personen an andere Organisationen, Fabriken, Companies usw. weitergeben. Ich bin überzeugt davon, dass viele Kinder auch als Praktikanten in KNH-Heimen, als Mitarbeiter, Hilfskräfte (Koch) o.a. arbeiten könnten.
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Aufenthalt im Heim:
Den Kindern sollten viele Möglichkeiten gegeben werden, sich mit dem Tagesgeschehen auseinander zu setzen durch Zeitungen, Radio, Fernsehen und Computer.
Die technisch begabten Kinder sollten motiviert werden sich mit notwendigen technischen Instrumenten vertraut zu machen.
Durch den Besuch von Banken, Postämtern, Behörden, Polizeistationen und Gerichten können gute Kenntnisse über das öffentliche Leben erworben werden.
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Mitarbeiter:
Wir brauchen engagierte Mitarbeiter. Jeder Mitarbeiter muss sich darüber klar sein, dass er an diesem Platz das Leben sehr vieler Menschen formt. Auf keinen Fall dürfen die Mitarbeiter die Entwicklung der Kinder behindern. Engagement sollte Teil ihres Lebens sein. In der gegenwärtigen Situation vergleichen sich die meisten Mitarbeiter der Kinderarbeit mit staatlichen Angestellten oder Fabrikarbeitern. Ihnen sollte das Leben von Missionaren nahe gebracht werden, die sich aufgeopfert und eine Umkehr im Leben anderer erreicht haben. Geschichten von Missionaren , wie Amy Carmichael, George Müller, David Livingstone, D. L. Moody, Albert Schweitzer und Dietrich Bonhoeffer können eine Herausforderung für ihr eigenes Leben sein. Darüber hinaus muss ihnen das Lesen der Bibel und Meditation zur Gewohnheit werden. Nur dann können sie die Kinder motivieren, Grundsätze der Bibel in ihrem Leben zu verwirklichen.
Die Mitarbeiter sollten andere gute Kinderhilfsorganisationen wie Mother Theresa's Homes und Tribal Missionary Fields in Nordindien u.a. kennen lernen.
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Verwaltung:
Von der Zentrale aus bis zu dem einzelnen Heim hin sollte auf Dezentralisierung hingearbeitet werden und auf Supervision.
Alle Heime und das Verwaltungsbüro sollten mit Computern ausgestattet werden. Die Investition je eines Computers in jedem Heim und des Netzwerkes in der Zentralverwaltung wird viele Probleme lösen. Man kann mit ihnen eine Fülle von Aufgaben erledigen.
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Zusammenfassung:
Ich danke Gott, dass er für mich gesorgt hat durch KNH. So bete ich auch darum, dass das KNH-Programm ein Programm sein möge, das anderen Menschen Segen bringt dadurch, dass ein Jeder in seinem Leben die Gottesherrschaft und Seine Gerechtigkeit sucht.
Lamech Gunasekaran